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SEKA Journal Nr. 29, Dezember 2018

Gabriele Müller beim Treffen mit Gorazder SEKA-Vereinsfrauen
Gabriele Müller beim Treffen mit Gorazder SEKA-Vereinsfrauen

Gorazde, 18. Oktober 2018

Liebe SEKA-Freundinnen und Freunde,

vor einigen Tagen bin ich aus Gorazde zurückgekommen. Es war mein erster Besuch in der Stadt und im SEKA-Projekt, nachdem ich im Mai diesen Jahres die Projektleitung an das SEKA-Team abgegeben hatte und nach 21 Jahren Projekttätigkeit wieder nach Deutschland zurückgekehrt war. Auch von meinem neuen Wohnsitz in der Nähe von Hamburg aus begleite ich SEKA und ‚mein Team’ natürlich weiter - mit regelmäßigen Supervisions- und Beratungsterminen, wie auch durch Öffentlichkeitsarbeit und Fundraising für SEKA Hamburg e.V.

Es war nun aber nach vier Monaten das erste Mal, dass ich für 14 Tage wieder vor Ort in Bosnien war. Einerseits schien es mir, als hätte sich gar nichts verändert, als wäre ich gestern erst weggegangen: die herzliche und fröhliche Atmosphäre im SEKA-Haus, die gute Organisation, das Zusammenspiel des Teams, die Scherze und auch die intensiven Gespräche. Und andererseits war doch alles anders: Ich kam nun von außen, ich kam „auf Besuch”, ich war nicht mehr in die Alltagsarbeit und in Alltagsentscheidungen eingebunden. Und: es funktionierte alles hervorragend ohne mich! Das war für mich ein wunderbares Gefühl!

Ich hatte die Ängste meiner Kolleginnen erlebt, bevor ich wegging, ihre Unsicherheit, ob SEKA ohne mich funktionieren würde. Ich hatte sie damals immer beruhigt und ermutigt, denn wir hatten den Wechsel ja wirklich fast vier Jahre vorbereitet. Aber nun erlebte ich es: es funktionierte! Kindertherapeutin Amina Sarajliæ leitete das kleine Fachteam wie auch das Gesamt-Team souverän. Die Kolleginnen besprachen die anstehenden Aktivitäten, planten Termine, trafen Entscheidungen, berieten über Probleme und ich saß dabei und hörte zu.

Sie fragten mich auch um meine Meinung oder meinen Rat, aber es war so deutlich, dass hier nun alles auch ohne mich prima lief. Natürlich waren da die Finanzprobleme. Enttäuschungen über Projektanträge, die nicht bewilligt wurden. Doch ich erlebte, dass das Team weder in Panik verfiel noch in blinden Aktionismus.

In den zwei Wochen meines Besuchs fanden viele Treffen statt - mit ehemaligen Klientinnen, die mich gerne sehen wollten, mit dem Veteranenprojekt, das ich seit vielen Jahren begleite, mit den SEKA-Vereinsfrauen, mit Freund*innen und Bekannten. Einige Kolleginnen aus anderen Organisationen baten um Supervisionstermine und natürlich hatte ich auch mit allen SEKA-Mitarbeiterinnen mehrfach Supervisionstermine.

Ich kann nur sagen, ich bin begeistert, was für eine hervorragende Arbeit die Kolleginnen tun! Vielleicht kann ich das durch den Abstand einiger Monate noch besser sehen. Während einer Teamsitzung evaluierten wir auch ein wenig die Zeit seit meinem Weggang. Die Kolleginnen äußerten selbst Zufriedenheit darüber, wie sie den Übergang gemeistert hatten und wie die Projektarbeit funktioniert - um dann aber rasch hinzuzufügen, wie schön es sei, dass ich wieder da sei.

Mit den Vereinsfrauen feierten wir dann auch noch einen zusätzlichen Anlass: Esma Drkenda, langjährige SEKA-Vereinsvorsitzende und Projektkoordinatorin hatte am 18. September die ‚Goldene Plakette der Stadt Gorazde’ bekommen - „in Anerkennung für ihre kontinuierliche, langjährige Arbeit im Nichtregierungssektor und ihr außerordentliches Engagement für die Gleichberechtigung der Geschlechter”. Das hat sie mehr als verdient! Wir gratulieren ihr von Herzen und freuen uns mit ihr über diese Auszeichnung!

Und nun zum Inhalt des aktuellen SEKA-Journals Nr. 29:

Nun wünschen wir Ihnen eine schöne Adventszeit, frohe Weihnachten und ein glückliches und friedliches Jahr 2019!

Mit herzlichen Grüßen

Gabriele Müller, das SEKA-Team Gorazde und die Vereinsfrauen von SEKA Hamburg e.V.

Titelbild SEKA-Journal Nr. 29 / Dezember 2018
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