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SEKA Journal Nr. 26, Dezember 2015

Frauenfriedensprojekt erhält den Dr. Alexander Friedmann-Preis 2015

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Presseinformation September 2015

Wiener Integrationshaus und Frauenprojekt SEKA aus Bosnien-Herzegowina erhalten den Dr. Alexander Friedmann Preis 2015.
Anerkennungspreis für die Österreichischen Bundesbahnen

Der Preis, der heuer bereits zum siebten Mal durch das Psychosoziale Zentrum ESRA verliehen wird, zeichnet Personen,Projekte oder Organisationen aus, die traumatisierte Flüchtlinge, MigrantInnen oder Angehörige von Minderheiten durch psychosoziale Beratung, Betreuung und Behandlung unterstützen. Diese Woche wählte eine unabhängige Jury aus zahlreichen Einsendungen zwei Organisationen aus, die sich in besonderem Maße für traumatisierte Menschen engagieren. Das Integrationshaus und das Frauenprojekt SEKA werden jeweils die Hälfte des mit 10.000 Euro dotierten Preisgeldes für ihre Arbeit erhalten. Die Österreichischen Bundesbahnen erhalten einen Anerkennungspreis für ihren unbürokratischen, menschlichen und solidarischen Einsatz bei der Durchfahrt der Flüchtlinge aus Ungarn.

Die Preisverleihung findet am 26. November um 19.30 Uhr in den Räumen von ESRA, 1020 Wien, Tempelgasse 5 statt.

Das Integrationshaus im 2. Bezirk unterstützt Flüchtlinge und AsylwerberInnen mit Unterkunft, Verpflegung, medizinischer Versorgung und psychosozialer Betreuung. Aufgrund des speziellen Betreuungs- und Beratungsangebots werden bevorzugt Menschen aufgenommen, die unter einer Traumatisierung leiden oder in einer schwierigen familiären Situation leben, wie alleinerziehende Flüchtlingsfrauen oder minderjährige Flüchtlinge.

Das Frauenfriedensprojekt SEKA in Gorazde bietet seit 1997 psychotherapeutische Hilfe für Frauen, Kinder und Jugendliche, die unmittelbar oder transgenerationell traumatisiert sind. Auch viele Jahre nach dem Friedensabkommen von Dayton sind die Auswirkungen der Kriegstraumata auf die Bevölkerung in den ehemaligen Kriegsgebieten noch immer massiv zu spüren. Ein spezieller Schwerpunkt des Projekts ist die Förderung einer „Kultur des Dialogs” zwischen den verschiedenen Bevölkerungsgruppen. So werden Frauen, Kinder und Jugendliche aus Bosnien-Herzegowina (Föderation und Republika Srpska), Kroatien, Slowenien, Serbien, Mazedonien und Albanien betreut.

Das Psychosoziale Zentrum ESRA

Das Psychosoziale Zentrum ESRA bietet seit über 20 Jahren Menschen, die durch Verfolgung, Folter, Migration, Misshandlung, Katastrophen oder andere schwerwiegende Ereignisse traumatisiert wurden, umfassende professionelle Hilfe mit einer Vielzahl an Angeboten in den Bereichen Medizin, Psychiatrie, Psychotherapie, Psychologie, Pflege und Sozialer Arbeit. Einen Schwerpunkt stellt die Arbeit mit Überlebenden der NS-Verfolgung und deren Nachkommen dar, unabhängig von Religion, Ethnie, politischer Überzeugung oder sexueller Orientierung sowie mit deren Nachkommen und Angehörigen. Seit 2009 betreut ESRA mit einem interdisziplinären Team auch traumatisierte Flüchtlinge aus aktuellen Krisengebieten. Alle Leistungen sind kostenlos bzw. können gegen Vorlage der e-card in Anspruch genommen werden.

Univ.Prof. Dr. Alexander Friedmann (1948-2008) war Mitbegründer und Obmann des Psychosozialen Zentrums ESRA. Er baute am Wiener Allgemeinen Krankenhaus die Ambulanz für Transkulturelle Psychiatrie auf, die er bis zu seinem Tode leitete. Er setzte sich auch in zahlreichen anderen Bereichen für Menschen ein, die durch Verfolgung, Flucht, Entwurzelung oder Folter schwer traumatisiert waren.

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