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SEKA Journal Nr. 23, Dezember 2012

„Haus der Güte und Freundschaft”

Der Gorazder Journalist Slavko Klisura über das Projekt SEKA

Während des Erholungsaufeinthalts in Neum: Amina V. mit Damir und Anela
Während des Erholungsaufeinthalts in Neum: Amina V. mit Damir und Anela

Slavko Klisura ist Chefredakteur des Gorazder Magazins ‚Glas Gorazda’ (‚Stimme Gorazdes’), das monatlich erscheint. Außerdem engagiert er sich seit Jahren für Demokratie, Bürgerrechte und die Zivilgesellschaft. Mehrere Jahre war er Vorsitzender der Bürgerrechtsvereinigung ‚Grozd’ (‚Gradanski odbor za demokratiju’ = ‚Bürgerauschuss für Demokratie’). Er kennt SEKA seit der Projekteröffnung in Gorazde.

Ich sage einigen meiner Freunde, dass ich die mir liebe Verpflichtung habe, einen Text über ‚SEKA’ zu schreiben. Die Mehrheit von ihnen meint daraufhin: Oh, das ist gleichzeitig eine leichte und schwere Aufgabe!

Und so ist es: Über ‚SEKA’ gibt es Vieles zu schreiben und während Sie im Text alles aufzählen und ausbreiten, gelingt es Ihnen am Ende doch nicht, alle Besonderheiten und Werte dieses Projekts zu treffen.

Einer meiner Freunde sagte mir: wenn du ‚SEKA’ erwähnst, solltest du dich erheben und deine Ehrerbietung erweisen ...

Ich habe lange nachgedacht, was ich schreiben möchte. Es gibt viele Personen, die mit dieser Organisation verknüpft sind, viele, die eine Menge für ihren Erfolg tun. Dennoch, für mich sind es zwei Personen, die wie zwei Symbole für ‚SEKA’ stehen ...

Esma und Gabriele

Esma

Hallo Esma, sage ich und sie antwortet auf meinen Gruß mit offenem Blick und festem Händedruck. Esma, da bin ich mir sicher, begrüßt alle Freunde so. Während wir uns unterhalten, schaut sie mir in die Augen und wendet nicht den Blick. Auch ihre Stimme ist sicher. Esma ist ganz einfach so eine Person.

In den letzten fünfzehn Jahren haben wir viele Male über verschiedenste Themen gesprochen - am liebsten über das Engagement in Nicht-Regierungs-Organisationen. Genau genommen über die Motive, warum sich jemand in einer Organisation engagiert und auf welche Art und Weise er oder sie dort arbeitet. Immer waren wir uns in einer Sache einig: Wenn du anderen helfen willst, musst du viel Arbeit und Mühe investieren; und Herz natürlich.

Und Esma tut dies mit ganzem Herzen, all die Zeit, seit ‚SEKA’ hier in Gorazde besteht und arbeitet. Deswegen ist diese Organisation auch so erfolgreich, effektiv, beliebt und geachtet.

Esma hat mich anfangs in die Geschichte ihrer Organisation, die sie so erfolgreich führt, ‚eingeführt’. Ich muss gestehen, dass ich zuerst dachte, dass es sich bei SEKA um eine typische Frauenorganisation handelt, die für Frauenrechte wirbt und eintritt. Schnell habe ich im ‚SEKA’-Haus meinen Fehler begriffen: ‚SEKA’ ist viel mehr - am meisten dank Esma.

Gabriele

Wenn sich Ehrlichkeit und Warmherzigkeit im Lächeln messen lassen, dann hat Gabriele in sich die Güte für diese ganze Welt, in der es heute so viel Unglück und Schmerz gibt. Wenn es nach ihr ginge, dann wäre das ganz sicher nicht so! Wenn die Politik sich nach ihrem Herzen richten würde, dann gäbe es auf der ganzen Welt weder Ungerechtigkeit noch Trauer.

Guten Tag, Gabriele, wie geht es Ihnen - sage ich mit dem Respekt gegenüber einer Person, die jede Achtung verdient. Danke, gut, antwortet sie und in ihren Augen vibriert ein Lächeln, das sich wie ein Schmetterling auch auf meine Lippen überträgt. Und alles ist mit einem Mal leichter. Und besser.

So macht das Gabriele Müller. Sie bringt den Menschen um sich herum Freude.

Mit ihrer zutiefst menschlichen Mission, Güte zu verbreiten, zu helfen, den Gesichtern ihr Lächeln zurückzubringen und das Leid und die Trauer zu erleichtern, die sich in den Zeiten angesammelt hat, als in unserer Region das Übel alles bedrohte, was menschlich war, ist Gabriele nach Gorazde gekommen.

‚SEKA’ baut auf sie - wie auf ein starkes Fundament, auf dem ein neues Haus gewachsen ist, das keine Person je verlässt, ohne dass sie zuvor mit liebevoller Aufmerksamkeit und Anteilnahme beschenkt worden wäre - und mit Gabrieles Lächeln.

‚SEKA’

Ich war unter denen, die an der Feier zum kleinen-großen SEKA-Jubiläum teilgenommen haben. Ich habe gesehen, mit wie viel ehrlicher Freude alle wunderbaren ‚SEKA’-Frauen den Geburtstag ihrer Organisation gefeiert und mit ihren Freundinnen und Freunden geteilt haben.

Ich fühlte mich sehr geehrt durch diese Möglichkeit, dass ich mit Gabriele, Esma und allen anderen Aktivistinnen und ihren zahlreichen Freundinnen und Freunden sein konnte.

Mein Freund sagte: Wenn du ‚SEKA’ erwähnst, das Haus der Güte und Freundschaft, dann erhebe dich ...

Und so, voller Freude, erhebe und verneige ich mich!

Slavko Klisura

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