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SEKA Journal Nr. 23, Dezember 2012

Der richtige Weg zur Heilung

Im Wasser
Uiii ... macht das Spaß!

Maja K. (Name geändert) kommt seit ca. 2 Jahren zur Einzeltherapie ins SEKA-Haus - zuerst zu Amela Drincic, dann zu Gabriele Müller. Sie war gerne bereit, für das SEKA-Journal aufzuschreiben, was ihr SEKA bedeutet.

Ich habe erkannt,
dass ich Hilfe brauche

Stress und Traumata begleiten mich schon mein ganzes Leben hindurch. Bis 1998 hatte ich genügend Kraft, um mit all diesen Symptomen fertig zu werden, die das Resultat meiner Traumata sind. Ich war noch jung und stark.

Als ich begann, älter zu werden und meine Kraft nachließ, habe ich erkannt, dass ich Hilfe brauche. Ich bekam mehr und mehr Angst und wurde immer verzweifelter. Diese Ängste verschlechterten meinen Gesundheitszustand noch mehr. Ich hatte mehrere Schlaganfälle, die zum Glück keine schweren körperlichen Folgen für mich hatten. Aber psychisch ging es mir noch schlechter. Ich hatte das Gefühl ‚unterzugehen’. Ich ging zu verschiedenen Ärzten. Ich bekam vielerlei Medikamente (Psychopharmaka), die ich jahrelang schluckte. Doch mein Zustand verschlechterte sich weiter. Ich ging dann vorzeitig in Rente.

Psychotherapie

Schließlich hörte ich von der Organisation SEKA und ihrer Leiterin Gabriele M., dass sie psychotherapeutische Hilfe für traumatisierte Menschen anbiete. Da ich schon so viele Jahre auf der Suche war nach einer Behandlung, die mir wirklich helfen würde, wandte ich mich an diese Einrichtung und bat um einen Termin bei Frau Gabriele. Es wurde mir gesagt, dass es zu der Zeit leider keinen freien Therapieplatz bei ihr gebe und dass sie mich auf die Warteliste setzen würden. Das Warten fiel mir schwer. Nach einigen Wochen rief ich wieder an und bat, mit Gabriele sprechen zu können. Ich bekam einen Termin zwei Tage später.

Ich erzählte Gabriele in groben Umrissen mein Leben und die Probleme, mit denen ich kämpfe. Sie hörte mir aufmerksam zu und fragte mich dann, ob ich mir vorstellen könne, für einige Zeit - bis ein Therapieplatz bei ihr frei würde - zu ihrer Kollegin Amela zu gehen. Das habe ich angenommen. Zufrieden ging ich nach Hause, denn ich sah, dass Gabriele mir helfen wollte.

Die Termine bei Amela waren mir eine große Unterstützung und nach einigen Monaten konnte ich zu Gabriele wechseln.

Ein riesiger Unterschied

Inzwischen, nach ca. eineinhalb Jahren Therapie, fühle ich mich sehr viel besser. Ich nehme keine Tabletten mehr. Wenn ich meinen Zustand zu Beginn meiner Psychotherapie und jetzt vergleiche, stelle ich einen riesigen Unterschied fest. Die meiste Zeit fühle ich mich gut und wenn sich doch einmal einige meiner alten Symptome melden, dann weiß ich, wie ich damit umgehen kann. Immer öfter erlebe ich ein Gefühl von Zufriedenheit und Ruhe, das ich mein Leben lang nicht gekannt habe.

Deswegen empfinde ich Kuca SEKA als ‚Haus der Rettung’ - für mich wie auch für viele Frauen und Kinder, die ebenfalls in SEKA Hilfe suchen.

Da das Leben voller Niederlagen und Erfolge, voller schöner und hässlicher Dinge ist, wünsche ich mir, bis an mein Lebensende ein Teil von Kuca SEKA zu sein.

Dieses Projekt ist mehr als nötig hier in der Stadt, in der ich lebe, aber auch in ganz Bosnien-Herzegowina und der ganzen Welt.

Neben der sehr wirkungsvollen Psychotherapie, die ich hier nutze, fühle ich mich überhaupt im Projekt sehr wohl. Alle sind hier sehr professionell und gleichzeitig warmherzig. Kuca SEKA hat eine besondere Macht durch die Wärme, Liebe und Hoffnung auf ein besseres Leben, die dieses Projekt ausstrahlt. Ich habe hier den richtigen Weg zu meiner Heilung gefunden und die Menschen, die mir dabei helfen. Dafür danke ich auch all den Menschen in Deutschland, die es möglich machen, dass das Projekt und seine Mitarbeiterinnen auf diese Weise arbeiten können.

Maja K.

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