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SEKA Journal Nr. 21, Dezember 2010

„Die Lichter in den Herzen der Menschen”

Gespräch mit Teilnehmern therapeutischer Seminare im Veteranenprojekt

Von September 2009 bis September 2011 arbeitete SEKA-Therapeutin Gabriele Müller im Gorazder Veteranenprojekt ‚Svjetlost Drine’ (‚Licht der Drina’) mit einer weiteren (der bisher dritten) Veteranengruppe im Rahmen einer therapeutischen Seminarreihe. Insgesamt fanden neun dreitägige Seminare à 6 Stunden statt (siehe auch Bericht von SEKA-Koordinatorin und Teilnehmerin Esma Drkenda).

Die Gruppenarbeit orientierte sich am traumatherapeutischen Phasenmodell und nutzte neben Gruppengesprächen, Kleingruppen oder Paararbeit überwiegend psychodramatische, imaginative und kreative Techniken.

Esma Drkenda führte mit fünf der acht Teilnehmer nach Abschluss der Seminarreihe ein Gespräch für das SEKA-Journal.

E. D.: Wie kam es, dass ihr euch für die Teilnahme an dieser Gruppe entschieden habt?

Mufid Z.*: Man kann nie genug lernen. Für mich ist meine psychische Gesundheit wie auch die meiner Familie der wichtigste Grund für die Teilnahme an dieser Gruppe. Ein wichtiges Motiv ist für mich die Möglichkeit, mir selbst wie auch anderen zu helfen. (Mufid arbeitet als Ehrenamtlicher im Veteranenklub mit.)

Adem M.*: Ich habe mich deswegen entschieden, weil ich große Probleme hatte, die ich alleine nicht bewältigen konnte. Ich wusste von anderen, dass ich durch die Seminare Übungen und Techniken lernen kann, die mir den Weg zu meiner Heilung erleichtern könnten. Als ich damals vom Verein für traumatisierte Veteranen hörte, bin ich sofort Mitglied geworden. Ich habe jede Möglichkeit, Neues zu lernen und an mir selbst zu arbeiten, ergriffen, um meine Traumata zu überwinden.

Sulejmen R.*: Ich wollte mehr über diese Seminare wissen und daran teilnehmen, weil ich gespürt habe, dass ich das brauche. Ich hab im Klub zugehört, wenn andere, die schon an solchen Gruppen teilgenommen hatten, über ihre Erfahrungen sprachen; und da habe ich mir gewünscht, einer von ihnen zu sein; denn ich spürte, ich kann da etwas für mich bekommen und für meine Familie.

Nasuf J.*: Ich habe zufällig vom Gorazder Klub und von Gabriele erfahren. Wir arbeiten mit unserem Verein in Sarajevo an einer ähnlichen Problematik wie der Verein in Gorazde und wir haben um ein Treffen mit Gabriele gebeten. Dabei haben wir erfahren, dass eine neue therapeutische Seminarreihe beginnen wird und haben uns sehr dafür interessiert. Ich habe dann die Möglichkeit bekommen, teilzunehmen - und so bin ich hier.

Munib V.*: Da ich schon an einer anderen Gruppe teilgenommen hatte, die Gabriele Müller leitete, fiel es mir nicht schwer, mich für die Teilnahme an dieser Seminarreihe zu entscheiden. Ich habe mich privilegiert gefühlt, dass ich noch einmal die Gelegenheit bekomme, an einer solchen Gruppe teilzunehmen, da ich ja wusste, mit welcher Methode gearbeitet wird und wie viel ich dadurch bekommen kann.

Übung ‚Landkarte meiner Emotionen’
Übung ‚Landkarte meiner Emotionen’

E. D.: Nun liegt die 9-teilige Seminarreihe hinter euch. Was hat sie euch bedeutet? Welche Themen oder Inhalte waren für euch am wichtigsten?

Mufid: Alle Themen, die wir in den neun Seminaren erarbeitet haben, waren für mich sehr interessant und wichtig; am meisten habe ich profitiert von den Themen Kommunikation und Kindererziehung.

Adem: Alle Themen waren mir wichtig - ich könnte nicht eines ausnehmen¸ denn jedes hat mir auf seine Weise geholfen. Wichtige Übungen waren für mich alle Imaginations-Übungen aber auch die Bewegungs-Übungen und Spiele am Anfang jedes Gruppentermins und die Techniken, um mit den Trauma-Symptomen besser klarzukommen. Sie sind mir sehr nützlich.

Sulejmen: Die Seminare haben mir viel bedeutet aus verschiedenen Gründen: Ich habe andere Menschen kennengelernt mit gleichen oder ähnlichen Problemen. Habe erfahren, wie sie ums Überleben kämpfen und gemerkt, dass es manche noch schwerer haben als ich. Der zweite Aspekt ist, dass ich mein Trauma, das ich vom Krieg in mir trage, auf eine völlig neue Weise begriffen habe. Das hat mir geholfen zu verstehen, was in mir geschieht und warum. Der dritte Aspekt ist, dass mir durch bestimmte Themen bewusst wurde und ich gelernt habe, wie ich mit einem konkreten Problem umgehen kann, das mich und meine Familie schon sehr lange belastet. Alles sehe ich jetzt irgendwie anders - es fällt mir etwas schwer, das in Worte zu fassen. Die Übungen habe ich in Situationen genutzt, wenn ich nicht wusste, wie ich mit meinen Problemen fertig werden soll, und da haben mir am meisten die ‚Innere weise Gestalt’, das ‚Album der Bilder’ und der ‚Safe’ genutzt.

Nasuf: Ich würde nichts besonders hervorheben: Alles war mir wesentlich - angefangen von der Art des Kennenlernens; die Erkenntnis, was das Wort ‚Trauma’ bedeutet, das Kennenlernen der Symptome, das Verstehen, was eine PTBS (‚Posttraumatische Belastungsstörung’) ist und wie sie wirkt. Jedes weitere Thema war verbunden mit den vorherigen und als wir zum letzten Thema kamen, habe ich gefühlt, wie sich ein Kreis schließt und wie diese Seminarreihe einer vollkommenen Logik folgt. Sie war für mich außerordentlich nützlich und lehrreich. Die Themen waren mir nicht neu, aber die Themen waren so wunderbar aufeinander aufgebaut und haben ihren wirklichen Sinn für das praktische Leben gezeigt.

Erst jetzt bin ich mir einiger Werte im Leben bewusst geworden, die ich nicht bemerkt hatte und auf die ich nicht achtete, die mir und meiner Familie aber sehr viel bedeuten.

Die Übungen waren für mich eine neue Erfahrung und ich habe versucht, mich maximal auf sie einzulassen. Jede hatte ihren Platz, wenn es auch unterschiedlich ist, welche ich wann anwenden kann. Einige Techniken habe ich - ohne mir darüber bewusst zu sein - spontan bereits früher angewandt, z.B. das ‚Album der Bilder’, das ich weiter nutze, wie auch den ‚Safe’ und den ‚Inneren sicheren Ort’.

Munib: Mir haben die Seminare sehr viel bedeutet, ich habe sehr viel gelernt - obwohl ich zu bestimmten Themen schon früher Vorträge gehört hatte; ich habe sie auf neue Weise begriffen. Ich kann nun manche Prozesse bei mir selbst oder bei anderen auf andere Weise verstehen. Themen wie ‚Kommunikation’, ‚Beziehungen’ und ‚Emotionen’ helfen mir am meisten für mein Leben. Aber auch jedes andere Thema hat seinen Platz - alle sind miteinander verwebt und gleichzeitig hat jedes seine Bedeutung.

Die Übungen nutze ich regelmäßig in Zeiten, wenn ich die Signale für eine psychische Veränderung spüre. Meist geschieht das an den Jahrestagen bedeutsamer Ereignisse aus dem Krieg. Auch das Gefühl der Ohnmacht meldet sich noch immer zeitweise bei alltäglichen Problemen. In diesen Momenten nutze ich Techniken wie z.B. den ‚Safe’, das ´Album der Bilder´, den ‚Inneren sicheren Ort’, die ‚Innere weise Gestalt’ und manchmal auch den ‚Rucksack’. Manchmal nutze ich auch die Bewegungsübungen zur Erwärmung am Morgen, wenn ich mich träge und lustlos fühle. Ich versuche dann auch, mich zu motivieren, indem ich an schöne Dinge denke oder mit Musik eine Übung mache, die ich auch alleine tun kann.

E. D.: Wie wendet ihr die Erkenntnisse und Erfahrungen aus der Seminarreihe im Alltag an?

Mufid: Die Themen der Seminare haben einen engen Bezug zu unserem Alltag. Früher habe ich z.B. meist sofort und ‚aus dem Bauch heraus’ reagiert - nicht selten auch mit körperlicher Gewalt. Jetzt kann ich maßvoller reagieren. Besonders in den Beziehungen zu den Mitgliedern meiner Familie oder zu Menschen in meinem Umfeld stelle ich immer wieder fest, dass klare und wertschätzende Kommunikation der Kern von allem ist.

Adem: Natürlich kann ich Vieles im Alltag anwenden. Am intensivsten habe ich die Techniken und Übungen zu Anfang genutzt, als ich begriffen habe, was die Symptome von Trauma sind und wie ich damit zurecht kommen kann. In meiner Familie habe ich die Kenntnisse bzgl. Kommunikation viel angewandt. Aber auch die Themen ‚Bedürfnisse und Grenzen’ oder ‚Emotionen’ haben mir sehr geholfen, dass ich meine Frau und die Kinder und auch andere Menschen besser verstehe.

Sulejmen: Natürlich wende ich Vieles an. Ich habe gelernt, wie ich mich schützen und in bestimmten Situationen angemessen reagieren kann. Ich habe begriffen, welche Traumasymptome ich habe und wie ich sie durch bestimmte Techniken und Übungen kontrollieren kann. Am meisten habe ich meine Art der Kommunikation verändert; ich habe verstanden, warum der Mensch Grenzen braucht. Ich habe gelernt, wie ich mich vor einem Problem und vor den Menschen, die dieses Problem hervorrufen, schützen kann, wenn ich es in dem Moment nicht lösen kann. Obwohl ich die anderen Teilnehmer schon kannte, hatte ich das Gefühl dass wir uns in der Gruppe von Neuem kennen gelernt haben.

Nasuf: Fast alles, was wir in der Gruppe erarbeitet haben, wende ich in meinem Leben an. Die Seminare haben mir geholfen, dass ich bestimmte Situationen besser verstehe, besser einschätze und besser mit ihnen umgehe im jeweiligen Moment.

Munib: Jetzt, wo ich die Traumasymptome hervorragend kontrollieren kann und wo mein Gesundheitszustand relativ gut ist, habe ich die Kapazität, alte Gewohnheiten zu verändern, die negativ auf mich oder mein Umfeld wirken. Das betrifft zuallererst meine Kommunikation und meine Beziehungen zu anderen. Ich erkenne rasch, wenn ich ärgerlich werde, wenn mich etwas verletzt. Aber ich habe jetzt gelernt, dass ich erst über den Grund nachdenke, was mich da ärgerlich macht, was mich verletzt hat, wie ich reagieren will, und dass ich dann versuche, mit der anderen Seite zu sprechen (wenn diese bereit ist). Manchmal klappt das noch nicht so gut, aber die Ergebnisse sind viel besser als früher. Was ich noch gelernt habe: zu versuchen, so viel wie möglich im ‚Hier und Jetzt’ zu leben, das zu schätzen, was ich habe und mich darüber zu freuen. Das schenkt mir Glück und Zufriedenheit mit meinem Leben. Gelernt habe ich das durch die Themen, die wir erarbeitet haben und jedes hat seine Bedeutung für mein Leben.

Übung ‚Mauer’ - zum Thema ‚Bewältigungsstrategien’
Übung ‚Mauer’ - zum Thema ‚Bewältigungsstrategien’

E. D.: Wie habt ihr die Art und Weise der Seminararbeit erlebt - die Bewegungsübungen und Spiele zur Erwärmung, die Imaginations-Übungen, die Arbeit mit Symbolen, mit Malen/Zeichnen, die Arbeit auf der großen Bühne o.ä.?

Mufid: Ich hatte Gelegenheit, mehrere Arbeitsstile bei der Leitung von Seminaren kennen zu lernen, aber definitiv gefällt mir die Arbeitsweise von Therapeutin Gabriele Müller am besten. Die Arbeitsweise, die Komposition und Reihenfolge der Themen im Rahmen jedes einzelnen Seminars erlauben uns nicht, dass auch nur ein Moment monoton ist, oder dass Du das Gefühl von Übersättigung hast. Die Bewegungsübungen, die Arbeit auf der Psychodrama-Bühne bleiben in dauerhafter Erinnerung auch nach Beendigung des Seminars.

Adem: Die Arbeitsweise von Gabriele war für mich am Anfang entscheidend - sie war für mich ein Licht nach der Dunkelheit. Mein Leben wäre sicher völlig anders verlaufen, wenn sie nicht mit mir gearbeitet hätte - in der Gruppe wie auch in Einzeltherapie. Bei mir persönlich hat die Methode Psychodrama bedeutende Ergebnisse bewirkt. Ich fühle mich jetzt wie ein anderer Mensch. Ich fühle mich gut und ich habe den Zustand, in dem ich zum Klub ‚Svjetlost Drine’ gekommen bin, überwunden.

Sulejmen: Mit dieser Methode bin ich hier zum ersten Mal in meinem Leben in Berührung gekommen und sie entspricht mir vollkommen. Die Übungen und Techniken, die Arbeit auf der Bühne, schienen mir manchmal, als spielten wir. Aber wenn ich darüber nachdenke, hatte jede Übung ihren Sinn für die menschliche Seele. Die Imaginationsübungen haben mir absolut entsprochen, auch wenn ich oft nicht die Worte gefunden habe zu beschreiben, was ich alles gefühlt habe. Oft erinnere ich mich nach einiger Zeit in irgendeiner Situation an bestimmte Augenblicke der Seminare und ich denke darüber nach.

Nasuf: Die Arbeitsweise ist perfekt. Sehr nützlich und lehrreich.

Munib: Die Arbeitsweise unserer Therapeutin entspricht mir vollkommen. Was mir besonders gefällt ist, dass ich in den Seminaren manchmal das Gefühl habe, dass sie selbst Mitglied der Gruppe ist. Außerdem gefällt mir, dass theoretische Erklärungen immer erst folgen, nachdem das ‚Terrain’ durch Selbsterfahrungs-Übungen gut vorbereitet wurde.

E. D.: Gab es etwas, was euch schwer fiel oder unangenehm war, oder etwas, das euch gefehlt hat in den Seminaren?

Mufid: Es fiel mir nichts schwer und hat mir auch nichts gefehlt. Aber vielleicht könnten wir überlegen, ob wir bei der nächsten Seminarreihe vielleicht auch eine Zeit einplanen, in der die Teilnehmer sich informell austauschen können - vielleicht eine halbe Stunde täglich.

Adem: Ganz am Anfang der Seminare fiel es mir für kurze Zeit schwer, die schweren Erfahrungen der anderen zu hören, oder auch an meinen Themen zu arbeiten, bzw. die Übungen anzuwenden. Ich war damals in einem sehr schlechten psychischen Zustand und hatte verzweifelte existentielle Probleme. Später hat sich das rasch verändert - durch das Kennenlernen der anderen Gruppenmitglieder, dadurch dass ich gespürt habe, ich bin nicht allein, es gibt noch andere mit einem ähnlichen Schicksal wie meinem.

Sulejman: Manchmal fiel es mir schwer, über mich selbst zu sprechen; denn ich denke immer, dass ich andere mit meinem Problem belaste. Aber ich habe immer das Verständnis unserer Leiterin und der Gruppe gefunden. Es war für mich auch nicht leicht, die Geschichten der anderen zu hören, aber es ist mir gelungen, das zur Seite zu stellen. Ich habe überlegt, wie die anderen das machen, vor allem unsere Leiterin und es ist mir gelungen, mich vor zu tiefen Emotionen zu schützen.

Nasuf: Es war schwer, die erschütternden Geschichten einiger Gruppenmitglieder zu hören, aber ich habe gelernt, damit klar zu kommen - mich selbst in gewisser Weise zu schützen und dem anderen trotzdem zuzuhören.

Munib: Meine Schwierigkeiten waren nur mit meinen privaten Verpflichtungen verbunden. Die Krankheit meiner Frau hat mir in manchen Momenten Kraft und Energie genommen, aber durch das Verständnis der Gruppe und der Therapeutin habe ich es geschafft, eine Lösung zu finden. Auch die Geschichten aus dem Leben mancher Gruppenmitglieder habe ich als schwer erlebt, aber aus eigener Erfahrung wusste ich, was es einem Menschen bedeutet, wenn ihm jemand zuhört und die Schwere seiner Erfahrung anerkennt. Das hat mir geholfen, meine Rolle als Gruppenmitglied - ihre Bedeutung aber auch ihre Begrenzung - einzuschätzen. Das brachte mir emotionale Entlastung.

Paarübung zum Thema ‚Konflikt’
Paarübung zum Thema ‚Konflikt’

E. D.: Der Veteranenklub ‚Svjetlost Drine’ existiert jetzt vier Jahre. Was bedeutet er für euch und was bedeutet Kuca SEKA?

Mufid: Die Eröffnung des Klubs ‚Svjetlost Drine’ zeigte, dass es Menschen gibt, die uns Veteranen verstehen, die an Kriegstraumata leiden, und dass sie helfen wollen. Mit dem Klub wurde ein ‚Sicherer Ort’ geschaffen, wo jeder willkommen ist. Mit der Ankunft von Kuca SEKA und Gabriele Müller in Gorazde haben der Klub und die Arbeit in ihm ihre richtige Bedeutung bekommen. Die SEKA-Arbeit mit den Veteranen und ihren Frauen aber auch den Kindern (die oft Opfer von Gewalt in der Familie wurden), ermöglichen die tatsächliche Verwirklichung der Ziele des Klubs.

Adem: Ich hätte mir gewünscht, dass der Klub und SEKA direkt nach dem Krieg mit ihrer Arbeit begonnen hätten. Das hätte vielen Menschen viel Leiden erspart. Mir bedeuten beide Vereine sehr viel, denn ich habe mit ihnen meinen Weg zur Heilung gefunden, einfach dass ich mich wieder als Mensch fühle.

Sulejmen: Der Klub bedeutet mir viel; ich habe hier viele getroffen, die ich lange nicht mehr gesehen hatte, oder neue kennen gelernt. Es hat mir sehr geholfen, ich fühle mich jetzt viel besser. Ich habe Menschen getroffen, die ähnliche oder noch schlimmere Probleme haben als ich. Wenn ich ihnen zuhöre, dann fällt es mir leichter, mich durch meine eigenen Probleme zu kämpfen. Ich weiß nicht, wo ich ohne den Klub und vor allem ohne die Seminare heute wäre - vielleicht verrückt geworden oder nicht mehr unter den Lebenden.

Nasuf: Der Klub und Kuca SEKA haben mir ermöglicht, dass ich hier sein, dass ich Teil dieser Gruppe sein konnte. Das bedeutet mir viel und ich bin dafür dankbar. Es hilft mir auch bei der Verwirklichung unseres eigenen Projekts in Sarajevo.

Munib: Nach allem, was wir hier in diesem Gebiet überlebt haben, ist SEKA und der Klub für viele von uns ein ‚Licht im dunklen Tunnel’. Deswegen bedeutet es mir sehr viel, dass Gorazde und die Menschen in Gorazde so etwas haben wie den Klub und Kuca SEKA. Ich fühle sie als einen wichtigen Teil meines Lebens.

E.D.: Gibt es noch etwas, was ihr sagen wollt?

Mufid: Es ist mir wichtig, dass wir in den vier Jahren, die der Klub besteht, durch unsere beharrliche Arbeit das Vertrauen vieler Menschen gewinnen konnten, die sich eingestehen konnten, dass sie an psychischen Verletzungen leiden, und bereit waren, Hilfe zu suchen. Auch das lokale Gemeinwesen hat unsere Arbeit anerkannt und schätzt sie zunehmend.

Adem: Es ist sehr wichtig, dass jeder über seine Probleme sprechen kann und dass ihm mit Aufmerksamkeit zugehört wird, dass er den Respekt und die Wertschätzung der anderen fühlt.

Sulejmen: Es ist mir alles wichtig und ein großer Reichtum, dass wir so etwas wie den Klub, SEKA und Gabriele haben. Es tut mir leid, dass die Seminarreihe nun zu Ende ist.

Nasuf: Es bedeutet sehr viel, dass wir einen solchen Ort haben, wo du das sagen kannst, was du denkst und wie du dich fühlst, und dass dir dabei die anderen voller Achtsamkeit zuhören und dass das hier bleibt, unter uns.

Munib: Ich möchte allen Menschen danken, die - auf welche Art auch immer - die Arbeit dieser Vereine verstehen, wertschätzen und unterstützen, und besonders Gabriele Müller - für die Lichter, die sie in den Herzen so vieler Menschen dieser Stadt zum Leuchten gebracht hat und das noch immer tut.

E.D.: Ich danke euch für das Gespräch!

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