Briefe von Frauen nach dem Aufenthalt in Kuca SEKA:

"Unsere lieben Freundinnen aus Kuca SEKA,

mit etwas Verspätung wollen wir uns bei Euch melden und schicken Euch ganz herzliche Grüße. Wir möchten Euch sagen, daß wir Euch nicht vergessen haben, daß Ihr in unseren Gedanken und Herzen seid und daß wir Euch nie vergessen werden.
Unser Aufenthalt im SEKA-Haus war für uns ein Gottesgeschenk, etwas Schöneres hätten wir nicht erleben können. Das SEKA-Haus befindet sich in wunderschöner Umgebung, an dem schönsten Ort der Insel in der blauen Adria. Und als Ihr diesen Ort ausgewählt habt, habt Ihr eine ideale Auswahl getroffen. Schon allein die Ankunft an diesem Ort und Euer herzliches Willkommen hat auf uns sehr entspannend gewirkt. Aber - ungeachtet all der Schönheit des Hauses und des Ortes - ohne Euch, unsere lieben "SEKE" (= SEKA-Frauen aber auch "Schwestern"), wäre das Haus doch nichts wert gewesen. Ihr seid der Edelstein dieses Hauses, Balsam für unsere verwundeten Körper und unsere Seelen, die so viel gelitten haben und die mit Eurer Hilfe nun heilen.
Jeder Augenblick, den wir bei Euch verbracht haben, war übervoll von liebevoller Aufmerksamkeit und Glück, dessen Existenz wir fast vergessen hatten.
Immer wieder nehmen wir die Fotos, schauen sie an und erinnern uns an all die schönen Augenblicke, Situationen, in denen wir manchmal auch so ausgelassen waren und Tränen gelacht haben.
Unsere lieben Gabi, Mirjana, Vahida, Marija, Fani, Vesna und Dubravka, wir danken Euch so sehr für all das, was Ihr so unermüdlich und liebevoll für uns getan habt und grüßen Euch sehr herzlich

Fadila, Fahra und Fikreta
"Koraci nade", centar Zalik


...einfach genießen...

und ein anderer Brief:

Mostar, 26.08.2002
Liebe Freundinnen in Kuca SEKA

Als Mitfrau der humanitären Organisation "Koraci Nade" aus Mostar habe ich mit einer Gruppe von Frauen und Kindern aller drei "Entitäten" in diesem Sommer einige Zeit im SEKA-Haus verbracht.
Unser ungezwungenes Zusammensein, sei es beim Schwimmen, auf Ausflügen oder bei Gesprächen auf der Terrasse, beim Kaffeetrinken, hat uns uns näher gebracht. Wir haben uns besser kennengelernt. Die schöne Atmosphäre in der Gruppe hat uns ermöglicht, Vertrauen zueinander zu gewinnen. Die intensive gemeinsame Gruppenarbeit hat uns geholfen, die Folgen des Krieges, unter denen jede von uns noch leidet, zu mildern.
Noch habe ich nicht alle Eindrücke in die Schublade meiner Erinnerung eingeordnet. Aber da ist das Gefühl einer tiefen Zufriedenheit, wenn ich zurückdenke an diese 14 Tage, die - gerade auch durch die psychologische Hilfe und die therapeutische Arbeit - für mich eine völlige Entspannung und aktive Erholung bewirkt haben.
Ich bin glücklich, daß es Kuca SEKA gibt, wo wir Frieden finden können in den Momenten, wenn unsere Kraft nachläßt und wenn uns die Ungerechtigkeit, die uns angetan wird, unerträglich erscheint. Ich hatte das Gefühl, Kuca SEKA ist eine Oase, die all denen eine Zuflucht bietet, die Schreckliches erlitten haben, sei es durch den Krieg oder die Schrecken der Flucht und Vertreibung.
Als wichtigstes Ziel Eurer Arbeit empfinde ich Euer Bemühen, den Menschen das Gefühl von Sicherheit und Grundvertrauen zurückzugeben, das traumatisierte Menschen verlieren. Dieses Vertrauen ist die Grundlage aller Beziehungen und allen Glaubens.
Es bedeutet mir viel, daß ich die Arbeit mit "Psychodrama" und Gabi als Therapeutin kennengelernt und erfahren habe. Sie hat uns alle begeistert. Ihre Persönlichkeit, wie auch die gesamte Atmosphäre in Kuca SEKA haben auf uns so unglaublich beruhigend gewirkt. Es gab uns ein tiefes Gefühl von Sicherheit, von mütterlicher Fürsorge und Geborgenheit. So konnten wir auch an schmerzhafte Themen rühren und gingen doch gestärkt aus dieser Auseinandersetzung hervor.
Ich wünsche mir, dass Eure Arbeit, die ihr 1991 begonnen habt und, die man aus vielen Gründen als Mission der Menschlichkeit bezeichnen könnte, weiterhin so viele Früchte trägt.
Kuca SEKA ist für uns auch verbunden mit dem Engagement von Menschen in Deutschland, in Hamburg. Daher werden wir mit Kuca SEKA auch Deutschland und Hamburg in unseren Herzen behalten.
Die Kämpfe in Bosnien-Herzegovina dauern noch immer an - der Kampf um das Recht auf Leben, auf Zufriedenheit ohne Leiden und Bangen um ein neues Morgen.
Mostar ist eine verletzte Stadt, aber solange es Euch gibt, die Ihr uns ermutigt und uns helft in diesen schweren Nachkriegszeiten - ist alles leichter.
Die Heiterkeit und Kraft von Mirjana, der Koordinatorin des Projekts, die uns bereits mit einem warmen Lächeln in Supetar erwartet hat, wie auch die Gastfreundschaft des ganzen Teams haben dazu beigetragen, daß dieser Aufenthalt im SEKA-Haus für uns unvergeßlich bleiben wird.
Einen besonderen Gruß schickt meine Tochter Ana, dieses wundervolle kleine Mädchen, an Tante Vesna, die alles erfüllt hat mit ihrem Enthusiasmus und ihrer Kreativität zur Begeisterung aller Kinder.
Ihr habt wirklich eine herausragende und sehr schwere Aufgabe, Menschen, die in Not sind zu helfen. Wir wissen sehr gut, was das bedeutet.
Wir danken allen, die die Verwirklichung dieses gemeinsamen Aufenthalts ermöglicht haben.
Die Unterbringung und das Essen waren hervorragend. Besonders gern werde ich mich aber an Eure Herzlichkeit, die ganze Atmosphäre, die ihr geschaffen habt, und Eure Gastfreundschaft erinnern.
Ich danke Euch allen sehr herzlich
und schicke die schönsten Grüsse aus Mostar

Buca mit Tochter Ana


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