SEKA-Logo

SEKA Journal Nr. 28, Dezember 2017

Workshop mit Kindern im Dorf Ustikolina
Workshop mit Kindern im Dorf Ustikolina

Gorazde, 20. Oktober 2017

Liebe SEKA-Freundinnen und Freunde,

die Wahl zum deutschen Bundestag liegt noch nicht lange hinter uns. Die Resultate haben uns insofern erstaunt, als dass wir eine Fortsetzung der großen Koalition befürchtet hatten. Nun wird es wohl eine ‚Jamaika-Koalition’ aus CDU-CSU, einer erstarkten neoliberalen FDP und Grünen, für die offensichtlich „Dabeisein ist alles” gilt. Diese Regierung (wenn sie denn zustande kommt) wird sich sicher nicht den brennenden Fragen in der Welt ernsthaft widmen: der tiefgreifenden globalen Ungerechtigkeit (wie auch der sozialen Gerechtigkeit in Deutschland) und dem hemmungslosen Profitstreben, die die eigentlichen Wurzeln darstellen für alle gravierenden Probleme in dieser unserer Welt: für Armut, Kriege, Flucht, Terrorismus und Klimawandel. Es ist zu befürchten, dass sie diese Entwicklung auch weiterhin eher noch verschärft.

Die rechtsextreme AfD war - wie wir schon befürchteten - keine „Eintagsfliege”. Sie sitzt jetzt mit ihren menschenverachtenden und teilweise offen faschistischen Einstellungen als drittstärkste Partei im Bundestag. Das ist erschreckend! Doch ihr Erfolg wurde gespeist aus der Selbstzufriedenheit der etablierten Parteien.

Ein kleiner Lichtblick ist die Einsicht der SPD, in die Opposition zu gehen und nicht um jeden Preis an der Macht festzuhalten. Gemeinsam mit der Linken könnte sie eine starke Opposition bilden - zur Regierung und gegen die Neofaschisten im Parlament.

Die Welt der Trumps, Erdogans, Orbans ..., der neuerstarkenden nationalistischen und faschistischen Bewegungen macht uns große Sorgen.

Tagtäglich arbeiten wir mit den schwer traumatisierten Opfern des nationalistischen Terrors während des Bosnienkrieges. Auch dieser Krieg hat begonnen mit nationalistischen Hetzkampagnen, die Menschen aufgrund ihrer Zugehörigkeit zu einer anderen Bevölkerungsgruppe per se als gefährlich deklarierten und daher als „zu bekämpfen, zu vertreiben und zu vernichten”.

SEKA engagiert sich seit seiner Gründung vor 20 Jahren gegen Hass, Gewalt und Ungerechtigkeit. Wir sind in unserem Engagement vernetzt und Teil einer wachsenden weltweiten Bewegung, die sich für Frieden, Menschenrechte, Demokratie, Chancengleichheit, eine gerechte Verteilung der Ressourcen, Ökologie und gewaltlose Konfliktlösungen einsetzt. Sie gibt uns die Hoffnung, dass die Menschheit doch noch eine Kehrtwende schaffen könnte - hin zu einer Welt, in der die Menschen und die Bewahrung der Natur anstelle der Profitmaximierung für einige Wenige Maxime der Politik sein würden.

Auch ein zunehmender Teil der SEKA-Arbeit ist - neben den Angeboten (trauma-)therapeutischer Hilfe - der demokratischen Bewusstseinsbildung und dem Empowerment insbesondere von Frauen, Mädchen, Kindern und Jugendlichen gewidmet. SEKA mischt sich ein in gesellschaftliche Prozesse, engagiert sich gegen Korruption und politische Manipulation und für die Durchsetzung von BürgerInnenrechten in der Politik.

Hätten Sie gedacht, dass es SEKA nun schon 20 Jahre gibt? Dieses (28.!) SEKA-Journal wollen wir nutzen, ein wenig innezuhalten und zurückzublicken auf diese 20 Jahre SEKA-Arbeit! - Und um den Blick in die Zukunft zu richten, der für SEKA einige Veränderungen bringen wird, auf die wir - so denken wir - recht gut vorbereitet sind!

Leider müssen wir in diesem Heft aber auch über ein leidiges Thema schreiben: Die Finanzen, die uns in diesem Jahr ziemlich große Sorgen machen.

Im SEKA-Journal Nr. 28 finden Sie nun im Einzelnen:

Nun wünschen wir Ihnen eine schöne Vorweihnachtszeit, frohe Weihnachten und für das Jahr 2018 Gesundheit und Frieden!

Mit herzlichen Grüßen

das SEKA-Team Gorazde und die Vereinsfrauen von SEKA Hamburg e.V.

Titelbild SEKA-Journal Nr. 28 / Dezember 2017
Pfeil nach oben
SEKA Logo